LinkedIn-Profilbild: sechs Fehler, die fast alle machen

Scrollen Sie einmal durch Ihre LinkedIn-Kontakte und schauen Sie nur auf die kleinen runden Bilder. Bei ungefähr der Hälfte erkennt man nichts. Nicht, weil die Bilder schlecht sind – sondern weil sie für eine andere Größe gemacht wurden.
Sechs Fehler, in der Reihenfolge, in der sie wehtun.
Fehler 1: Zu weit weg
Ihr Profilbild wird im Feed mit rund 48 Pixeln Kantenlänge angezeigt. Das ist kleiner als eine Briefmarke. Wenn auf dem Bild Ihr Oberkörper, eine Wand und ein Stück Fensterbank zu sehen sind, bleibt für Ihr Gesicht ein Bereich von etwa zwanzig Pixeln – und da ist kein Gesicht mehr, sondern ein Fleck.
Stattdessen: Der Kopf sollte etwa 60 Prozent der Bildhöhe einnehmen. Schnitt knapp unter dem Schlüsselbein, Kopf mit wenig Luft nach oben.
Fehler 2: Das abgeschnittene Bild von der Feier
Man sieht es immer: den fremden Arm auf der Schulter, den unscharfen Hintergrund voller Menschen, das Licht von unten. Und man sieht, dass es ein privates Bild war.
Das Problem ist nicht die Qualität. Das Problem ist die Botschaft: Mir war mein beruflicher Auftritt keine halbe Stunde wert. Bei jemandem, der Dienstleistungen verkauft, ist das ein Argument gegen ihn.
Stattdessen: Notfalls ein Bild vor einer ruhigen Wand, bei Tageslicht von der Seite, aufgenommen von jemand anderem – mit Abstand und Zoom, nicht mit ausgestrecktem Arm.
Fehler 3: Der unruhige Hintergrund
Regal, Pflanze, Küchenzeile, Plakat, Türrahmen. Alles, was Struktur hat, konkurriert mit Ihrem Gesicht um Aufmerksamkeit – und im kleinen Kreis gewinnt oft die Struktur.
Stattdessen: Eine einfarbige Fläche, leicht unscharf, dunkler als Ihr Gesicht. Ein dunkler Hintergrund lässt das Gesicht nach vorn kommen, vor einem weißen wirkt es flacher.
Im Beispiel unten steckt noch mehr als der Hintergrund. Das linke Bild ist in den ersten Minuten entstanden, das rechte nach etwas Coaching: Die Schultern sind gedreht, der Kopf kommt leicht nach vorn, und das Lachen ist echt, weil wir vorher geredet haben.


Fehler 4: Das Bild von 2016
Ein veraltetes Profilbild ist der einzige Fehler auf dieser Liste, der im Gespräch aktiv schadet. Wer Sie vorher online gesehen hat und dann vor Ihnen steht, gleicht ab. Stimmt es nicht, entsteht ein Unbehagen, das niemand ausspricht.
Faustregel: Alle drei bis vier Jahre neu. Und immer dann, wenn sich etwas Sichtbares geändert hat – Bart, Brille, Haarfarbe, Haarlänge.
Fehler 5: Das Lächeln, das keins ist
Das häufigste Ergebnis, wenn jemand „jetzt bitte lächeln" hört: Der Mund geht auseinander, die Augen bleiben stehen. Das sieht man sofort, auch bei 48 Pixeln, und es wirkt angestrengt statt freundlich.
Ein echtes Lächeln erkennt man an den Augen – die Lider gehen leicht nach oben, um die Augenwinkel entsteht Bewegung. Das lässt sich nicht auf Kommando abrufen. Im Shooting entsteht es, weil ich während des Fotografierens weiterrede, Fragen stelle und auch mal Quatsch mache.
Stattdessen: Wenn Sie sich selbst fotografieren, denken Sie an etwas Konkretes statt an „freundlich gucken". Und machen Sie vierzig Bilder, nicht fünf.
Fehler 6: Zu viel Bearbeitung
Weichgezeichnete Haut, aufgehellte Augen, entfernte Falten. Das Bild wirkt dann wie eine Anzeige, und Anzeigen glaubt man weniger als Menschen.
Auf LinkedIn kommt hinzu: Das Profil steht neben Beiträgen, in denen Sie etwas erklären. Ein zu perfektes Bild und ein fachlicher Text passen nicht zusammen – und das Auge merkt es, bevor der Kopf es benennt.
Stattdessen: Aussehen wie an einem guten Tag. Kleine Pickel dürfen weg, Augenringe etwas abgeschwächt, die Augen leicht betont – so fein, dass es natürlich bleibt. Die Falte gehört zu Ihnen.
Was ein gutes LinkedIn-Bild ausmacht



- Enger Ausschnitt. Kopf und Schultern, mehr nicht.
- Blick in die Kamera. Auf LinkedIn wird Blickkontakt häufiger angeklickt als ein abgewandter Blick.
- Ruhiger, dunklerer Hintergrund.
- Ein Ausdruck, den Sie auch im Gespräch haben.
- Quadratisch denken. LinkedIn schneidet rund. Lassen Sie an allen Seiten etwas Luft, damit nichts abgeschnitten wird, was Sie brauchen.
Und das Banner?
Das Bild hinter Ihrem Profilbild wird fast immer vergessen und ist eine der auffälligsten freien Flächen, die Sie haben. Leer lässt es das Profil unfertig wirken.
Was funktioniert: ein ruhiges Bild aus Ihrem Arbeitsumfeld, ein Ausschnitt Ihrer Stadt, eine Textzeile, die sagt, was Sie machen. Was nicht funktioniert: ein Stockfoto von einem Wolkenkratzer.
Maße: 1584 × 396 Pixel. Achtung, das Profilbild liegt unten links darüber – dort nichts Wichtiges platzieren.
Wenn Sie es einmal richtig machen wollen
Ein Business-Porträt kostet 99 Euro und dauert 20 Minuten. Für 129 Euro bekommen Sie zwei Bilder – eins fürs Profil, eins für die Bewerbung oder die Website. Das passende Banner im richtigen Format gibt es dazu.
Und falls Sie mehr brauchen als ein Profilbild – Bilder für Beiträge, für die Website, für Presse –, ist das Personal Branding.
Häufige Fragen
Wie groß wird das LinkedIn-Profilbild angezeigt?
Im Feed mit rund 48 Pixeln Kantenlänge. Der Kopf sollte deshalb etwa 60 Prozent der Bildhöhe einnehmen.
Wie oft sollte man das LinkedIn-Profilbild erneuern?
Alle drei bis vier Jahre – und immer dann, wenn sich etwas Sichtbares geändert hat: Bart, Brille, Haarfarbe, Haarlänge.
Welche Maße hat das LinkedIn-Banner?
1584 × 396 Pixel. Unten links liegt das Profilbild darüber – dort nichts Wichtiges platzieren.



